
Filmfestivals sind Orte der Begegnung, des Austauschs und der demokratischen Streitkultur. Sie sind kein politisch zu disziplinierender Raum, sondern Orte künstlerischer Freiheit und
gesellschaftlicher Auseinandersetzung. Ihre Autonomie ist nicht verhandelbar.
Die Berlinale war immer ein Ort dieser Auseinandersetzung. Tricia Tuttle und ihr Team haben diesen Raum geschützt, differenziert kommuniziert und in einer geopolitisch angespannten Lage
professionell gehandelt. Sie haben die unterschiedlichsten Filme eingeladen, Filmschaffende für und über ihre Kunst sprechen lassen und den institutionellen Rahmen gewahrt. Genau das ist ihre
Aufgabe.
Wenn politische Erwartungshaltungen darüber entscheiden, ob Kulturverantwortliche im Amt bleiben, entsteht struktureller Anpassungsdruck. Das schwächt nicht nur die Berlinale, sondern die gesamte
Kulturlandschaft in Deutschland. Die Aufgabe der Politik ist es, kulturelle Räume zu sichern – nicht, sie inhaltlich formbar zu machen.
Wir solidarisieren uns mit der Berlinale, ihrer Leitung und ihrem Team. Wir stehen an der Seite aller, die die institutionelle Unabhängigkeit von Filmfestivals wahren und die Meinungs- und
Kunstfreiheit als Grundlage demokratischer Öffentlichkeit verteidigen.
Stellungnahme der Deutschen Filmakademie und Offener Brief:
Die Deutsche Filmakademie ist ebenfalls mit ihrer Stellungnahme online: https://www.deutsche-filmakademie.de/meldungen/die-deutsche-filmakademie-positioniert-sich-fuer-die-autonomie-kultureller-institutionen-und-gegen-politische-einflussnahme/
Unter diesem Link könnt Ihr mitzeichnen: https://openletter.earth/de/die-deutsche-filmakademie-positioniert-sich-fur-die-autonomie-kultureller-institutionen-und-gegen-politische-einflussnahme-7bd6b67a

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