PUBLIKUMSPREIS 3

A closer Look to Reality

Donnerstag, 16.04.2026 | 19:00 Uhr | 90 min. | SCHAUBURG

In Kooperation mit

PRESSECLUB KARLSRUHE

Filme, die sich auf eindringliche Weise mit Sichtbarkeit, Zugehörigkeit und den oft unsichtbaren Folgen globaler Machtverhältnisse auseinandersetzen: Die Geschichten führen über Kontinente hinweg – von den Handelsrouten ägyptischer Kamelmärkte über das Leben eines von Abschiebung bedrohten Studenten in Deutschland bis in die existenziellen Randzonen einer afrikanischen Metropole. Im Zentrum stehen Menschen und Gemeinschaften, deren Lebensrealitäten von struktureller Ungleichheit, Ausgrenzung und ökonomischem Druck geprägt sind. Zugleich geben die Filme jenen eine Stimme, die sich gegen das Vergessen und das Überhörtwerden wehren: indigene Frauen, marginalisierte Stadtbewohner:innen und gehörlose Aktivist:innen. Beobachtende Dokumentation und persönliche Perspektiven greifen dabei ineinander und schaffen Raum für Empathie und Reflexion. Der Filmblock lädt dazu ein, globale Zusammenhänge neu zu betrachten und Verantwortung jenseits der eigenen Erfahrungswelt zu denken.

 

Die Filme dieses Programms treten im Publikumswettbewerb gegeneinander an, bei dem der mit 1.500 Euro dotierte Filmpreis der Stadt Karlsruhe ausgelobt ist. Der am besten bewertete Film dieses Kurzfilm-Programms läuft nochmals im Finale des Publikumspreises am Samstag, 18.04.2026, um 19:00 Uhr. Eine Fachjury entscheidet in diesem Programm zusätzlich, welcher Film den mit 1.000 Euro dotierten Filmpreis des Presseclub Karlsruhe gewinnen wird.


This programme brings together films that powerfully explore visibility, belonging, and the often invisible consequences of global power structures. The stories span continents – from the trade routes of Egyptian camel markets to the life of a student in Germany facing deportation, and on to the existential margins of an African metropolis. At their heart are individuals and communities whose lives are shaped by structural inequality, exclusion, and economic pressure. At the same time, the films give a voice to those who resist being forgotten and ignored: Indigenous women, marginalized urban dwellers, and deaf activists. Observational documentary and personal perspectives intertwine, creating space for empathy and reflection. The film series invites viewers to reconsider global connections and to think about responsibility beyond their own experience.

 

The films in this programme will compete in the audience competition, for which the City of Karlsruhe Film Prize, worth €1,500, will be awarded. The highest-rated film in this short film programme will be screened again in the audience award final on Saturday, April 18, 2026, at 7:00 p.m. In this programme, a jury of experts will also decide which film will win the Karlsruhe Press Club Film Prize, worth €1,000.

No More Stolen Sisters

No More Stolen Sisters

Kanada/Deutschland 2025 | Länge: 14 Min.

Englisch mit engl. UT

Regie: Solveigh Jolanda Tews

Weltpremiere

CW: Genozid

 

„No More Stolen Sisters“ ist ein Kurzfilm, der die Krise der vermissten und ermordeten indigenen Frauen und Mädchen in Kanada beleuchtet. Durch intime Begegnungen mit drei Mi’kmaq-Frauen aus Nova Scotia schafft der Film Raum für Erinnerung, Bewusstsein und Widerstandskraft. Unterstützt durch symbolische Bilder lädt er die Zuschauer ein, zuzuhören und Stimmen Gehör zu verschaffen, die allzu oft überhört werden.

 

"No More Stolen Sisters" is a short film documentary exploring the crisis of missing and murdered Indigenous women and girls in Canada. Through intimate encounters with three Mi’kmaq women from Nova Scotia, the film offers a space for memory, awareness, and resilience. Supported by symbolic imagery, it invites viewers to listen, and to acknowledge voices that are too often ignored.

Forty Days Road

Deutschland 2025 | Länge: 30 Min.

Englisch mit dt. UT

Regie: Ali Ziani

Darsteller: Ali Ziani, Ian Shersby

CW: Tierleid

 

In „Forty Days Road“ begeben sich die zwei Kollegen Ali und Ian auf eine faszinierende Reise quer durch Ägypten, um die lange Route der Kamele vom Sudan zu einem Markt nahe Kairo nachzuvollziehen. Unterwegs erleben sie die harten Transportbedingungen hautnah und begleiten die Kamele auf ihrer 24-stündigen Reise von der sudanesischen Grenze zu einem der größten ägyptischen Kamelmärkte bei Kairo.

 

In Forty Days Road, the two colleagues Ali and Ian set out on a captivating journey across Egypt to trace the long route of camels traveling from Sudan to a market near Cairo. Along the way, they uncover the tough conditions of transport and join the camels on a 24-hour journey from the Sudanese border to one of the biggest Egyptian camel market near Cairo.

LA LIXEIRA - the invisibles' dignity / LA LIXEIRA - la dignità degli invisibili

Italien/Mosambik 2023 | Länge: 12 Min.

Italienisch mit engl. UT

Regie: Guido Galante, Antonio Notarangelo

Deutschlandpremiere

CW: Armut

 

Maputo, die Hauptstadt Mosambiks, hat ein bis zwei Millionen Einwohner. Einige wenige Viertel bestehen aus Häusern, genauer gesagt aus Backsteinhütten, vereinzelt aus gepflasterten Straßen, zumeist jedoch aus einer Vielzahl von Hütten ohne sanitäre Grundversorgung. Dort kämpfen Männer, Frauen und Kinder Tag für Tag in stiller Verzweiflung ums Überleben – ihre einzige Chance, Nahrung zusammenzukratzen. In Maputo liegt das sogenannte Müllviertel La Lixeira. Die Müllhalde ist ein metaphysisches Szenario, eine Metapher für unsere Welt, so steril modern, eine Art umgekehrte Utopie unseres Schicksals. 

 

Maputo, the capital city of Mozabimque, has one or may be two million inhabitants. A few neighborhoods have houses or more precisely brick shacks,  some paved roads, mostly a wide range of huts without basic sanitation services, where day by day men, women and children scrape food together in slow and quiet despair-the only chance they have to survive. In Maputo there is an area called the dump district, La Lixeira. The dump is a metaphysical scenario, metaphor of our world, so aseptically modern, a kind of reversed utopia of our fate.  

Home

Deutschland 2025 | Länge: 19 Min.

Deutsch mit engl. UT

Regie: Esa-Lu Lorenz

Darsteller: Berke Çetin, Farina Adisa Kaiser, Elmo Anton Stratz

 

Samir, ein junger Student aus Hamburg, lebt mit seinem besten Kumpel in einer WG und führt eine glückliche Beziehung. Alles scheint normal zu sein  – bis er plötzlich eine Aufforderung zur "freiwilligen Ausreise" erhält. Die Nachricht trifft Samir wie ein Schlag und all seine Träume scheinen sich über Nacht in Luft aufzulösen. Doch als er es schafft, seinen Freunden davon zu erzählen, wird klar, dass sie ihn nicht einfach so gehen lassen werden.

 

Samir receives a deportation warning. His residence permit is about to expire and his application for an extension has been denied. From one day to another Samir's life turns upside down and everything he has been working for is about to fall apart. But once he manages to tell his friends, it becomes clear that they are not willing to let him go.

wo wir hingehören / where we belong

Deutschland 2024 | Länge: 15 Min.

Deutsch/Deutsche Gebärdensprache mit engl. UT

Regie: Jonah Wögerbauer

Darsteller: Xenia Dürr

 

Xenia betrachtet die frisch rasierten Haare im Spiegel. Dey zeigt das Cochlea-Implantat offen – ein Schritt, der viel Überwindung gekostet hat. Als gehörlose aktivistische Person, die in einem hörenden Umfeld aufgewachsen ist, will Xenia Brücken zwischen den beiden Welten bauen. Dey selbst fühlt sich in der gehörlosen Community und mit der Gebärdensprache am wohlsten, mit deren Vater muss Xenia jedoch lautsprachlich kommunizieren. Im Rahmen eines Foto-Projekts sucht Xenia den Dialog mit anderen CI-Träger*innen, gemeinsam stellen sie sich Fragen nach Abhängigkeiten und Zugehörigkeit zwischen den Welten.

 

Xenia contemplates the freshly shaved head in the mirror. They are showing their Cochlea-Implant openly - a step that required a lot of courage. As a deaf activist raised in a hearing environment, Xenia wants to build bridges between both worlds. Although they feel most at home within the deaf community and using sign language, they must resort to spoken language to communicate with their father. Through a photo project, Xenia initiates a dialogue with other CI-users, together they explore questions of dependency and belonging between the worlds.